Es war ein spannender Moment, als Pfarrer Bernhard Schaber-Laudien beim Turmfest Ende Juni 2015  auf dem Kirchvorplatz die metallenen Behälter öffnete: Was würde wohl drin sein in der goldenen Kugel, die sonst unter dem Wetterhahn hoch oben über den Ofterdinger Dächern thront?

Der Turm der Mauritiuskirche ist derzeit eingerüstet, er wird renoviert. Auch die goldene Turmzier aus Wetterhahn und (Erd-)Kugel soll neuen Glanz erhalten. Wie groß war die Enttäuschung bei den zahlreichen Besuchern und auch bei mir, als sich herausstellte, dass die Lötnaht einer der beiden Metallhülsen über die Jahrzehnte Feuchtigkeit durchgelassen hatte. Eine undefinierbare braune Masse verriet noch, dass es sich offenbar um Zeitungsseiten gehandelt hatte. Letzteres wusste ich als einzige unter den anwesenden Zuschauern wohl, waren es doch einige Artikel von mir, die der damalige Pfarrer Albrecht Esche bei der  Turmrenovierung 1988 in der Kapsel verschlossen hatte.

Ich war als junge Journalistin mächtig stolz, dass gerade meine Texte und Bilder für die Nachwelt auf die Turmspitze sollten. Erst wenige Jahre zuvor war mein Großvater gestorben, der „Mesner-Helm“. Er, seine Schwester Marie und mein Urgroßvater hatten insgesamt 70 Jahre lang das Mesneramt in der Mauritiuskirche inne gehabt.

Wie gut, dass ich die alten Ordner über all die Jahre aufbewahrt habe!

Wer wissen möchte, was – neben historischen Dokumenten von einer anderen Renovierung Ende des 19. Jahrhunderts –  fast 30 Jahre lang in der goldenen Kugel aufbewahrt wurde: Das hier ist einer der Artikel. Eine Geschichte über den Schmied Heiner Nill in der Bachsatzstraße, der 1988 die zarten Blüten der schmiedeeisernen Lilien unter dem Hammer hatte…..