Auswanderer aus dem Steinlachtal, Teil 3

 

„Es gibt viele Familien in den Mössinger Kirchenbüchern der vergangenen Jahrhunderte, da stehen zehn oder zwölf Namen von Kindern. Und hinter jedem steht: ‚Ausgewandert nach Amerika‘.“

Ulrich Gohl (verstorben im April 2015), früherer Mössinger Pfarrer

 

Das Foto zeigt eine Liste von Mössinger Auswandererfamilien, die der evangelische Pfarrer Mögling 1832 vor deren Abreise zusammengestellt hat. Zu den darauf verzeichneten Namen gehören viele im Steinlachtal geläufige Namen wie Nill, Textor, Steinhilber, Röcker oder Wagner.Die Ziffern hinter den Namen geben die Zahl der Personen an, die aus einer Familie auswanderten: Der Bäcker Konrad Steinhilber ging mit 14 Personen, also vermutlich mit seiner Frau und 12 Kindern; der Metzger Balthasar Hahn zog mit elf Personen, also neun Kindern nach Amerika.

Wilhelm Ludwig Friedrich Mögling war von 1831 bis 1840 evangelischer Pfarrer in Mössingen. 1832 notierte er: „Wirklich sind 9 Bürger bereit, samt ihren Familien, zusammen 68 Köpfe, nach Nordamerika auszuwandern, nachdem schon im vorigen Jahr zwei Familien von hier dorthin abgezogen sind, und daselbst ein glückliches
Loos getroffen haben.“  In Möglings Tagebuchnotizen, die 170 Jahre später sein Nachfolger im Amt Pfarrer Ulrich Gohl ausgewertet hat,  finden sich immer wieder Hinweise auf Mitglieder seiner Gemeinde, für die der Geistliche Taufscheine ausstellen muss. Diese  Urkunden  dienten  den Auswanderern als  Ausweis  für  die  Schiffspassage  und  die Einreise im fremden Land.

 Foto: Liane von Droste, edition steinlach

Originaldokument:  Evangelische Kirchengemeinde Mössingen