Ein Muss für alle, die sich für Aus- und Einwanderungsgeschichte(n) in Europa in den letzten Jahrhunderten und für Familienforschung interessieren: Ende 2018 ist in der Reihe „Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte“ ein Buch erschienen, das  sehr viel mit dem deutschen Südwesten zu tun hat. Der reich bebilderte und informative Band hat den Titel  „Donauschwaben. Deutsche Siedler in Südosteuropa“.

Spannend, informativ und gleichzeitig verständlich geschrieben:  Die Geschichte der „Donauschwaben“. Sie hat  sehr viel mit Menschen zu tun, die keineswegs immer „Schwaben“ waren, deren Lebenswege sich aber in den Wurzeln hunderttausender Familien in Württemberg und Baden wiederfinden: Vorfahren, die Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts im Rahmen der so genannten Schwabenzüge Richtung Südosten zogen und sich in Regionen wie Banat, Batschka, Siebenbürgen, Sathmar oder der Bukowina niederließen, gibt es in nahezu jedem schwäbischen Dorf.  Einige kehrten schon im 19. Jahrhundert wieder zurück, oft völlig verarmt, sehr viele aber gründeten in der neuen Umgebung eine neue Existenz. Nach 1918 gehörten diese nun „Donauschwaben“ genannten Gruppen drei verschiedenen Staaten an. Ab  1944 verloren Hunderttausende durch Flucht, Vertreibung, Verfolgung oder Deportation ihr Zuhause, Tausende ihr Leben.

Das Buch von Seewann und Portmann ist absolut lesenswert – und ein Nachschlagewerk für alle, die sich für Migrations- und Kulturgeschichte und  Familienforschung interessieren.

Text: Liane von Droste

 

Im 18. und 19. Jahrhundert reisten viele Auswanderer aus dem deutschen Südwesten donauabwärts auf sogenannten Ulmer Schachteln. Das Foto zeigt ein Holzmodell der einfachen Schiffe. Copyright: Liane von Droste

 

 

 

 

 

 

Infos zum Buch:

Seewann, Gerhard; Portmann, Michael:  Donauschwaben. Deutsche Siedler in Südosteuropa.

Mit zahlreichen Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen, Karten und ausführlichen Registern.
371 Seiten, gebunden. Reihe: Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte, Potsdam 2018. Herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm. 19,80 Euro; ISBN 978-3-936168-72-3