Autorin: Anja Sacher

(Text leicht gekürzt)

Wie lassen sich Kinder und Jugendliche für die wissenschaftlichen Entdeckungen, künstlerischen Werke und technischen Entwürfe längst vergangener Zeiten begeistern? Diese Frage versucht das Museum der Universität Tübingen (MUT) im Rahmen seiner Ausstellung „Ex Machina“. Leonardo da Vincis Maschinen zwischen Wissenschaft und Kunst“ erfolgreich zu beantworten.

Studenten des Praxisseminars „MUT für alle. Bildung und Vermittlung im Museum“ im Masterprofil „Museum und Sammlungen“ der Universität Tübingen widmeten sich der Konzeption eines speziellen Kinderprogramms, genannt „LEOs Erfinderwerkstatt ‚da Winzig‘“. Eine eigene Ausstellung im Kabinettraum des MUT führt die jungen Besucherinnen und Besucher ab sechs Jahren altersgerecht an verschiedene Tätigkeitsfelder da Vincis heran. Diese umfassen parallel zu den Themen der Hauptausstellung im Rittersaal die Bereiche der Bewegung, besonders des Fliegens und der Fluggeräte, des menschlichen Körpers und seiner Proportionen sowie der Angriffs- und Verteidigungsinstrumente.

Bettina Zundel (links) von MUT erarbeitete mit Studierenden, zu denen auch Victoria Klein (rechts) gehörte, das Begleitprogramm für Kinder. Lucie Seibt und Sabrina Stehlik (Mitte,v.l.) lassen sich beim Pressetermin alles erklären.             Foto:  Liane von Droste

 

Bereits beim Betreten des Ausstellungsraums holt Maskottchen LEO die Kinder interaktiv ab und lädt sie auf begleitenden Hinweisschildern zum eigenen Erforschen und Ausprobieren ein. So können sie an einer Fotowand in die Rollen der Mona Lisa und des vitruvianischen Menschen – eine der berühmtesten Zeichnungen da Vincis – schlüpfen und sich zur Erinnerung fotografieren lassen. Eine schwarz gestrichene Wandseite bietet Raum für Zeichnungen und Notizen mit Kreide: So können auch die Jüngsten die Ausstellung selbst mitgestalten.

In spielerischem Rahmen testen die Kinder eines von da Vincis Kriegsgeräten selbst: Sie bauen mit Schaumstoffquadern eine Burgmauer, die sie mithilfe eines da Vincischen Katapults und Flummis als Geschossen gleich wieder einreißen dürfen. Eine gemütliche Nische mit Sitzsäcken und Bücherregal lädt danach zum Ausruhen und literarischen Schmökern über die Renaissance-Berühmtheit ein. In der Mitte des Kabinettraums stehen Tische und Hocker zum Zeichnen und Basteln von Papierfliegern bereit. Hier finden bei Bedarf ganze Schulklassen Platz.

Die Kinderausstellung will nicht nur das historische Phänomen Leonardo da Vinci erklären, sondern behält immer den Bezug zur aktuellen Gegenwart im Blick: In einem Memory-Spiel erhalten die jungen Besucher  die Aufgabe, heutige technische Geräte ihren Gegenstücken aus da Vincis Zeichnungen zuzuordnen.

Ein umfangreiches Begleitangebot an interaktiven Führungen und Workshops für Kinder rundet die ‚Erfinderwerkstatt‘ ab, seien es Ferienprogramme zum Nachbau von Brücken und Katapulten nach da Vincis Entwürfen, gemeinsame Veranstaltungen für Eltern und Kinder oder Malstunden.

Ein Quizheft mit Erklärungen zu da Vincis Erfindungen und kleinen Aufgaben unternimmt den Versuch, das Kinderprogramm an die Hauptausstellung anzuschließen und die Kinder zu deren Besuch anzuregen. Und auf den Hinweisschildern im Rittersaal finden sich immer einige Sätze von Maskottchen LEO – so werden die Kleinsten auch in der Ausstellung für die ‚Großen‘ mit eingebunden.

Genaueres zum Angebot für Kinder und zur Ausstellung selbst finden sich in einer Broschüre von MUT zum Herunterladen.

Auch das Quizheft für Kinder gibt es zum Download.

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